20.01.2026
Vom Projekt zur Praxis: Wie Förderprojekte nachhaltige Weiterbildung ermöglichen
Warum Qualifizierung der Schlüssel ist, damit Förderprojekte in Kommunen dauerhaft wirken

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Förderprojekte sind ein zentraler Treiber kommunaler Entwicklung. Ob digitale Verwaltung, Breitbandausbau, Smart-Region-Konzepte oder neue Mobilitäts- und Energieansätze – mit Hilfe von Fördermitteln werden Infrastrukturen geschaffen, Systeme eingeführt und Prozesse neu gestaltet. Doch die Erfahrung aus der Praxis zeigt: Der formale Projektabschluss markiert nicht automatisch den Beginn nachhaltiger Wirkung. Zu häufig verlieren gut konzipierte Vorhaben nach Projektende an Dynamik, weil das notwendige Wissen und die Kompetenzen nicht dauerhaft in der Organisation verankert sind. Nachhaltiger Projekterfolg entscheidet sich daher nicht allein an Technik, Konzepten oder Förderquoten, sondern an der Frage, ob Kommunen nach Projektende eigenständig handlungsfähig bleiben. Weiterbildung ist dabei kein Begleitthema, sondern eine zentrale Voraussetzung dafür, dass aus geförderten Projekten gelebte Praxis wird.

Warum Förderprojekte ohne Weiterbildung an Wirkung verlieren

In vielen Förderprogrammen liegt der Fokus nach wie vor auf Planung, Investitionen und Umsetzung. Qualifizierung wird hingegen oft als nachgelagerter oder optionaler Bestandteil betrachtet. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an kommunale Mitarbeitende stetig:

Neue digitale Fachverfahren, rechtliche Vorgaben, technische Infrastrukturen und veränderte Arbeitsprozesse müssen verstanden, angewendet und weiterentwickelt werden.

Fehlt dieser gezielte Kompetenzaufbau, entstehen typische Risiken:

  • Systeme werden eingeführt, aber nur eingeschränkt genutzt.
  • Wissen verbleibt bei externen Dienstleistern oder einzelnen Projektpersonen.
  • Fachabteilungen fühlen sich unsicher oder nicht ausreichend eingebunden.
  • Nach Projektende fehlt die Fähigkeit, Lösungen weiterzuentwickeln oder anzupassen.

Gerade bei komplexen Vorhaben – etwa in Digitalisierungs- oder Smart-City-Projekten – zeigt sich: Ohne Weiterbildung sinken Akzeptanz, Nutzungstiefe und langfristiger Nutzen. Förderprojekte entfalten ihre Wirkung erst dann vollständig, wenn die beteiligten Menschen die Inhalte verstehen, anwenden und in den Verwaltungsalltag integrieren können.

Weiterbildung als integraler Bestandteil der Förderlogik

Immer mehr Förderprogramme tragen dieser Erkenntnis Rechnung. Qualifizierungsmaßnahmen werden zunehmend als förderfähiger Bestandteil anerkannt – nicht als Zusatz, sondern als integraler Teil der Projektarchitektur. Weiterbildung entwickelt sich damit vom Begleitangebot zum strategischen Instrument kommunaler Entwicklung.

In der Praxis erfüllt Weiterbildung entlang eines Förderprojekts mehrere Funktionen – während der Projektlaufzeit und darüber hinaus.

1. Qualifizierung des Projektteams

Zunächst steht die gezielte Qualifizierung der unmittelbar am Projekt beteiligten Mitarbeitenden im Fokus. Ziel ist es, neue Technologien, Systeme oder Prozesse nicht nur einzuführen, sondern eigenständig betreiben und weiterentwickeln zu können.

Typische Formate sind:

  • IT-Schulungen im Rahmen der Einführung von E-Akte- oder Fachverfahrenssystemen
  • Workshops zur Planung, Inbetriebnahme und Nutzung von LoRaWAN-Netzen
  • Trainings zu Datenschutz und Informationssicherheit im Projektkontext

Ergebnis der Qualifizierung:

Das Projektteam ist fachlich handlungsfähig – auch nach Projektende und ohne dauerhafte externe Unterstützung.

2. Sensibilisierung und Befähigung der gesamten Verwaltung

Nachhaltige Wirkung entsteht nur, wenn auch die übrigen Mitarbeitenden frühzeitig eingebunden werden. Weiterbildung dient hier der Sensibilisierung für Veränderungen und vermittelt das notwendige Wissen für die sichere Anwendung neuer Lösungen im Arbeitsalltag. Beispiele sind:

  • Seminare zur digitalen Bürgerkommunikation
  • Schulungen zu neuen Arbeitsprozessen im Zuge der Digitalisierung
  • Informationsformate zu Nutzen, Grenzen und Anforderungen neuer Systeme

Ergebnis der Sensibilisierung:

Die Verwaltung versteht die Neuerungen, kann sie sicher einsetzen und gegenüber Bürgerinnen und Bürgern kompetent vertreten.

3. Verankerung im kommunalen Alltag

Nachhaltige Weiterbildung zielt darauf ab, Wissen langfristig in der Organisation zu sichern. Lernangebote müssen so gestaltet sein, dass sie unabhängig von einzelnen Personen oder Projektlaufzeiten wirken. Bewährte Ansätze sind:

  • Aufbau von Multiplikator:innen (Key Usern)
  • Entwicklung von Leitfäden, Checklisten und Handreichungen
  • Regelmäßige Auffrischungsschulungen oder digitale Lernmodule für neue Mitarbeitende

Ergebnis der Verankerung:

Projektwissen bleibt erhalten und wird Teil der täglichen Verwaltungspraxis.
Besonders wirksam ist Weiterbildung, wenn sie bereits bei der Antragstellung mitgedacht wird. So lassen sich Lernziele, Zielgruppen und Formate passgenau auf das Projekt abstimmen.

 

Weiterbildung entlang realer Förderprojekte

Seit vielen Jahren begleitet aconium Kommunen, Regionen und öffentliche Organisationen bei der Umsetzung komplexer Förderprojekte.

Aus diesen Erfahrungen heraus entwickelt die aconium Akademie Weiterbildungsangebote, die gezielt an den Anforderungen geförderter Vorhaben anknüpfen.

Weiterbildung wird dabei als Teil der Projektlogik verstanden – etwa:

  • als Qualifizierungsbaustein für Projektteams,
  • als Schulungsangebot für Fachabteilungen,
  • als nachhaltige Wissensbasis für die Zeit nach Projektabschluss.

Typische Themenfelder sind:

  • Digitalisierung & E-Government (E-Akte, Datenschutz, Informationssicherheit)
  • Infrastruktur & Regionalentwicklung (Breitband, Mobilfunk, LoRaWAN, GIS)
  • Mobilität & Energie (Ladeinfrastruktur, klimaneutrale Fuhrparks)
  • Organisation & Veränderung (Change-Management, digitale Führung)

Was nachhaltige Weiterbildung im Förderkontext auszeichnet

Nicht jede Schulung führt automatisch zu nachhaltigem Kompetenzaufbau.  Entscheidend ist die Qualität der Konzeption. Nachhaltige Weiterbildung zeichnet sich aus durch:

  • Praxisnähe: Orientierung an realen Aufgaben der Verwaltung
  • Zielgruppengerechtigkeit: Berücksichtigung unterschiedlicher Rollen und Vorkenntnisse
  • Modularität und Skalierbarkeit: flexibel einsetzbar für Einzelne und Teams
  • Transferorientierung: Unterstützung des Übergangs vom Wissen zur Anwendung

Digitale Lernformate spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen orts- und zeitunabhängiges Lernen und sichern Wissen auch über die Projektlaufzeit hinaus.

 

 

Nachhaltige Projekte brauchen nachhaltige Weiterbildung

Förderprojekte sind ein zentraler Motor kommunaler Transformation. Ob ihre Ergebnisse dauerhaft wirken, entscheidet sich jedoch nach Projektende. Maßgeblich ist, ob Menschen befähigt werden, neue Strukturen, Technologien und Prozesse eigenständig zu nutzen und weiterzuentwickeln.

Weiterbildung ist deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil nachhaltiger Förderlogik. Wer Qualifizierung frühzeitig mitdenkt, stärkt nicht nur einzelne Projekte, sondern die langfristige Handlungsfähigkeit der gesamten Organisation. Die aconium Akademie unterstützt Kommunen dabei mit praxisnahen, förderfähigen Weiterbildungsangeboten, die Projekte in dauerhafte Kompetenz überführen.

Hier geht es zur Kursübersicht der aconium Akademie.

Dieser Beitrag ist Teil der Weiterbildungsreihe „Lernen für den Wandel – Weiterbildung in der digitalen Verwaltung“. In den kommenden Wochen erscheinen regelmäßig neue Beiträge, die jeweils eine Kompetenz in den Mittelpunkt stellen, die für die Verwaltung der Zukunft relevant ist – von digitalen Fachverfahren über Datenschutz bis hin zu smarten Infrastrukturen. Wir freuen uns, wenn Sie uns mit dieser Reihe begleiten und Sie bald mit dem Thema: „Lernplattformen in Kommunen: Warum sie Selbstlernen erst möglich machen“ zu begrüßen.